"Haben Goslars Politiker selig geschlafen?"

Persönlicher Kommentar zum Status des Königsberg-Areals von Redakteur Heinz Georg Breuer am 28. Mai 1992 in der Goslarschen Zeitung:

Haben Goslars Politiker in ihrer Mehrzahl selig geschlafen, und hat die Verwaltung wenig getan, sie zu wecken? Das wäre wohl zu einfach, doch andererseits ist es auch nur schwer zu verstehen, warum seit nunmehr acht Jahren ein Großobjekt mit langer Tradition am Königsberg dem Verfall entgegengeht.

Die juristische Auffassung der Stadt ist nicht zu kritisieren und sogar obergerichtlich bestätigt. Doch auch Rechtsnormen unterliegen einem Wandel und können im begrenzten Umfang geändert werden, wenn denn der politische Wille da ist. Einer Änderung des bestehenden Flächennutzungsplans wenig Chancen einzuräumen, ist die eine Sache, es unter Einsatz kreativer Überlegungen wenigstens zu versuchen die andere. Zumal es als Alternative nur verbrannte Erde gibt.

Sicher muß es auch Bauchschmerzen bereiten, mit dem Eigentümer des Königsberg-Komplexes einen Gesprächspartner am Tisch zu haben, der offensichtlich nur diese Alterntive kennt: Entweder sein lästiges Eigentum loszuwerden oder die Sache durch Zeitablauf zu erledigen. Doch man wird das Gefühl nicht los, daß hier die Verantwortlichen der Stadt mit falschem Stolz zu Werke gehen.

Mag auch der Eindruck entstehen, die Stadt Goslar kriecht zu Kreuze, wenn sie am Königsberg von sich aus aktiv würde: Könnte dadurch das Objekt gerettet werden, wäre das nicht nur ein moralischer Sieg.

(Quelle: Goslarsche Zeitung, 28.05.1992)

 

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