Aktuelle Zeit: 21.09.2017, 07:40

 
Dieses Forum wurde zum Januar 2011 aufgrund stark schwindener Aktivitäten stillgelegt. Ein Login oder eine Neu-Registrierung sind daher nicht mehr möglich. Bereits verfasste Diskussionen bleiben zur Recherche erhalten. Der Administrator bedankt sich bei allen Mitgliedern für die rege Teilnahme in den vergangenen Jahren.


Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 11 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Vorwürfe gegen die Cornelius-Helferich-Stiftung
BeitragVerfasst: 12.03.2007, 06:36 
Die Cornelius-Helferich-Stiftung gibt es noch immer. http://www.cornelius-helferich-stiftung.de/

Und auf dieser Seite http://www.wildcat-www.de/wildcat/46/w46rehaz.htm wird der Stiftung u.a. Behindertenausbeutung vorgeworfen.


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags: Helferich - Szenen einer Stiftung
BeitragVerfasst: 07.04.2008, 22:33 
Neuling

Registriert: 17.03.2008, 19:58
Beiträge: 5
Wohnort: Frankfurt
Meine lieben Leser dieses Forums,
da ich gerade damit beschäftigt bin, die mir zugeleiteten Informationen, Unterlagen, nach langer Durchsicht und Einordnung für eine filmische Dokumentation aufzuarbeiten, schaute ich natürlich auch unter Google, was es "Neues" mit der Helferich-Stiftung auf sich hat.
Ich war sowohl freudig überrascht als auch verwundert, daß man sich neben diesem ehemaligen Genesungsheim auch mit einem seiner "Betreiber und Verwalter" nicht nur am Rande beschäftigt.
Doch all dies - seitens der Presse gern stets hervorgehoben - war nur die Spitze des Eisbergs, wo bekanntlich 6/7 unter Wasser liegen.
Wer weiß z.B., daß ein Kasseler Verwaltungsmitarbeiter den Sperrmüll (alte Möbel, Schutt usw., der nach Modernisierug des Hauses übrigblieb) des damaligen Direktors des LWV Hessen/Kassel im Anhänger nach Königsberg fahren mußte, um dort verfeuert zu werden. Zu diesem Zweck wurden die normalen Heizsysteme abgeschaltet. Usw.Usw.
Wer weiß z.B. daß es eine eigene Kuratoriumssitzung mit honorigen Persönlichkeiten, auch des DPWV, gab, um darüber zu beraten, anläßlich der bevorstehenden Eröffnung des Hauses Hohenhonnef, ob man den Verfassungsschutz bei personellen Entscheidungen einschalten solle, da ein sog. SSK, bekannt geworden durch seine Enthüllungsarbeit der Psychiatrischen Klinik Brauweiler (2 Todesfälle) "Unruhe stfte", wie sich ein hoher Beamter - auch honoriertes Mitglied dieses Kuratoriums - des Landschaftsverbandes Rheinland auszudrücken pflegte.
Soweit zu diesen kleinen Einblendungen einer Stiftung, die sich gern, nicht nur im steuerdeutsch als gemeinnützig darstellte, aber sich im Laufe seiner früheren Geschichte bei MitarbeiterInnen und Bevölkerung eher die Bezeichnungen "gemein" und "nützlich" erwarb.
Soweit für heute. Fortsetzung folgt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Der "Spiegel" 1983 über die C.-H.-Stiftung
BeitragVerfasst: 30.05.2008, 09:10 
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 08.01.2007, 12:01
Beiträge: 315
Wohnort: Goslar
Keine Ahnung warum... aber urplötzlich taucht der bisher kostenpflichtige Spiegel-Artikel aus dem Jahre 1983 vollständig frei zugängig im Netz auf. Und zwar im Archiv von "SPIEGEL Wissen".

Siehe hier:
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokumen ... op=SPIEGEL

Beispielhaft ist folgendes Zitat: "Kennzeichnend für den Träger ist, daß er alte Baracken aufkauft, abbaut und sie wieder auf seinen Territorien aufbaut oder aus Häuserabbrüchen noch verwertbare Bausubstanzen für seine Neubauten verwendet. So liefert der Privatmann Helferich etwa aus eigenen Beständen ausrangierte Fenster und Sperrmüll-Möbel dem Spessart-Sanatorium in Bieber. Auf seine Anweisung arbeiten dort Handwerker der Stiftung, deren Gehalt über den Pflegesatz ausschließlich für Arbeiten im Kinderheim finanziert wird, die Ware kostenlos für Helferichs private Geschäfte auf."

oder:

"Behinderte Kinder, zeigen Aktenvermerke des Landesjugendamtes, fahren mit der mildtätigen Stiftung weniger gut: 'Die vorgefundenen Mißstände rechtfertigen zur Zeit einen Antrag auf Schließung", notierte sich bereits 1977 beispielsweise ein zuständiger Beamter nach einem Besuch des Brombachtal-Sanatoriums. "Die Einrichtung der Schlaf- und Wohnräume ist noch jetzt zum großen Teil denkbar primitiv ..."

So, nun weiterhin fröhliches Diskutieren.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.05.2008, 13:25 
Neuling
Benutzeravatar

Registriert: 01.05.2007, 20:54
Beiträge: 5
Wohnort: Seesen
Danke, dass du diesen Artikel ins Forum gestellt hast!
Es ist sehr interessant was hinter der Fassade passiert...
Für mich perönlich ist aber am interessantesten, dass das Krankenhaus
in Bad Soden-Salmünster, in dem ich geboren wurde, auch zur Stiftung gehört
hat. Das ist für mich neu, ich komme ja aus dieser Gegend hab aber noch nie gehört,
dass das Krankenhaus mit der Cornelius-Helferich Stiftung in Verbindung steht.

Liebe Grüße


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.05.2008, 16:59 
Forumsinventar
Benutzeravatar

Registriert: 23.11.2007, 19:59
Beiträge: 389
Wohnort: Osterode
Hallo!

Erstmal an Steve - danke für den Artikel.

Man sieht mal wieder, wie viele dinge dahinter stecken...


Mfg
Pavor Nocturnus


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 08.07.2008, 09:40 
Neuling

Registriert: 06.07.2008, 14:59
Beiträge: 3
Wohnort: Braunschweig
hallo an alle.
ich habe ihr auf der seite schon öfter gelesen dass der ehm. leiter des heimes c.helferich einge klagen am hals hatte. doch wurden die wegen seiner "andauerden verhandlungsunfähigkeit" fallengelassen --> was zum geier soll das heißen??? war der mann krank oder wie? und wenn ja was hatte er denn?
mfg

ps: wenn alle gerüchte und legenden um das kinderheim stimmen, dann find ich den namen HELFERich doch rechr unpassend :D


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: C.Helferich
BeitragVerfasst: 06.10.2008, 17:02 
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 08.01.2007, 12:01
Beiträge: 315
Wohnort: Goslar
Ich habe in einem weiteren "Spiegel", diesmal Nr. 32/1983 vom 08.08.1983, einen kleinen Vermerk zum o.g. Artikel entdeckt. Demnach haben zwei damalige niedersächsische Landtagsabgeordnete eine Anfrage an die Landesregierung in Hannover gestellt, um welche im "Spiegel" vorgeworfenen Unregelmäßigkeiten es laut Landessozialamt überhaupt geht.

Hier die damalige Antwort der Landesregierung:
"Anhand der dem Landessozialamt vorliegenden Personalunterlagen über das Sanatorium Schloß Oldershausen im Vergleich mit den von der Staatsanwaltschaft in den Geschäftsräumen der Zentralverwaltung in Kassel beschlagnahmten Unterlagen konnte bisher nur der Teilbereich "Einsatz der Arbeiter im Schloß Oldershausen" aufgehellt werden. Durch die Untersuchung wurde festgestellt, daß die für die Einrichtung beschäftigten Haushandwerker, deren Lohnkosten in voller Höhe im Pflegesatz berücksichtigt wurden, in den Jahren 1975 bis 1981 mehrfach - zum Teil bis zu 116 Tage im Jahr - in anderen Einrichtungen der Stiftung, in den gewerblichen Betrieben des Herrn Helferich und bei Dritten eingesetzt waren. Eine pflegekostenmindernde Gutschrift dieser Fremdeinsätze ist nicht erfolgt. Daraus ergibt sich ein Schaden von mindestens 100 000 DM für die öffentlichen Kostenträger."

Zur Erklärung: das Schloss Oldershausen war damals ebenso eine Helferich-Einrichtung wie das Königsberg-Sanatorium. Helferich hat hier Handwerker beschäftigt, für die er kostenminderte Zuschläge vom Land bezogen hat. Jedoch waren diese Handwerker nicht wie angegeben die gesamte Zeit im Schloss Oldershausen beschäftigt, sondern während der Zeit auch an anderen Stellen eingesetzt, was dem Land verschwiegen wurde.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Der "Spiegel" 1983 über die C.-H.-Stiftung
BeitragVerfasst: 14.10.2008, 22:57 
Neuling

Registriert: 24.01.2008, 21:01
Beiträge: 5
Wohnort: Sankt Andreasberg
Ich hab mal eine Link auf den Spiegel-Artikel dem Wikipedia-Artikel des Königsberg-Santoriums hinzugefügt. Sehr interessant das ganze hier. Vielen Dank. Das dunklen Kapitel sind halt doch oft auch die interessantesten.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Cornelius Helferich
BeitragVerfasst: 05.06.2009, 09:53 
Stammgast

Registriert: 08.05.2009, 22:40
Beiträge: 69
Übrigens weiß ich auch, warum die ganzen Gerichtsverfahren eingestellt wurden sind. Herr Helferich war starker Diabetiker (Blutzuckerstoffwechselerkrankung). Er hatte viele Nebenerkrankungen und konnte deshalb teilweise nicht zu den Terminen bei Gericht erscheinen. Quelle, eine ehemalige Mitarbeiterin bei der C. Helferich Stiftung.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Vorwürfe gegen die Cornelius-Helferich-Stiftung
BeitragVerfasst: 12.06.2009, 16:48 
Neuling

Registriert: 17.03.2008, 19:58
Beiträge: 5
Wohnort: Frankfurt
Melde mich heute zurück. Das Wort Vorwürfe in der Überschrift trifft leider nur ungenau zu. Auch wenn C. Helferich, leider, nie verurteilt wurde, krankheitsbedingt, so bleiben doch viele seiner Taten, oft unter Mitwissen seines Kuratoriums, bis heute ungesühnt. Wer hat sich je bei den Mitarbeiterinnen, den behinderten Kindern dafür entschuldigt?
Niemand. Auch nicht der neue honorige Vorstand der Stiftung.
Für den Herbst versuche ich eine Zusammenkunft ehemaliger MitarbeiterInnen der beiden niedersächsischen Einrichtungen, Königsberg + Oldershausen, zu organisieren.
Wer hat Kontakt oder war dort auch tätig? Für eine kurze Email wäre ich sehr dankbar.
Mehr über Stiftung und all der Dinge, die außerhalb der Öffentlichkeit stattfanden, könnt Ihr bald in einem Feature sowie in einem Hörspiel "Der Offenbarungseid - Szenen einer Stiftung" nachvollziehen. Ebenso ist ein Theaterstück in Form eines Krimis geplant.
Für heute wünscht alles Gute
Janek O`Brian, freier Autor


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Vorwürfe gegen die Cornelius-Helferich-Stiftung
BeitragVerfasst: 14.06.2009, 14:27 
Neuling

Registriert: 17.03.2008, 19:58
Beiträge: 5
Wohnort: Frankfurt
Inside looking out, oder direkt aus der Hauptverwaltung der Stiftung, Kassel, Wilhelmstraße im Jahre 1979
Das Gedicht wurde von einer Person verfaßt, die einige Jahre täglichen Umgang mit C. Helferich und seinem unterwürfigen Leitungsteam mit Revisor, Personalchef und sonstigen Sachbearbeiter-Adjutanten.

Gemeinnützig
Es ist etwas Schreckliches
passiert sagte der Geschäfts-
führer und Gründer einer
Stiftung mit Finanzamtstempel
"gemeinnützig" bei Eröffnung
der täglichen Postbesprechung.
Acht aufmerksame Augenpaare
richteten sich auf den unförmigen
Körper der dem gehörte welcher
stets befahl und es gewohnt war
daß man ihm sofort gehorchte.
Vergangene Nacht starb ein sechszehnjähriges Mädchen. Es erstickte nach einem
epileptischen Anfall. Order an die Geschäftsleitungsassistenten: Setzen Sie gleich
den Sozialhilfeträger in Kenntnis. Es ist ab sofort ein Heimplatz frei. ICH verliere nun
neunzig Mark pro Tag, das macht im Monat zweitausendsiebenhundert Mark. Order
an den Heimleiter: Bis zur Besetzung des Platzes ist eine Verminderung des
Wareneinsatzes für die Heimverpflegung notwendig. Dies gilt für Pfleglinge und
Pflegepersonal gleichermaßen. Klar? Frage an den Buchhalter: Haben Sie die
neuesten Kontoauszüge? Wie ich sehe haben wir fünftausend Mark
von der Aktion Sorgenkind für einen Bus
erhalten. Übrigens: ein Pfleger hat einen
Reifen platt gefahren. Achten Sie darauf,
daß wir die Kosten für den neuen Reifen
vom Lohn einbehalten. Überhaupt müssen
wir dafür sorgen, daß die Beschäftigten nicht
mit irgendwelchen Lügen an die Öffentlichkeit
herantreten oder sich wegen der unbezahlten Mehr-
arbeit nachts und an den Wochenenden an die Gewerk-
schaft wenden. An den Heimleiter: Der nächste Elternbesuchs-
tag muß ohne sichtliche Störungen ablaufen. Halten Sie Ohren und Augen offen, ICH
bezahle Sie nicht für therapeutische Spielereien und Statistiken. Fragen an die Sekre-
tärin: Was gibt es Neues in Sachen Bundesverdienstkreuz? Sind die Flugplätze für mich
und den Direktor des Landeswohlfahrtsverbandes und seiner Frau gebucht? Haben Sie
auch die Konditionen der Reiseversicherung überprüft? So ein Flug ist immer riskant und
ICH liefere den Piloten schließlich MEIN Leben aus, nicht wahr? Kassel, 1979,
Autor bekannt.
Der nächste Beitrag beschäftigt sich mit den honorigen Mitgliedern des Stiftungskuratoriums. Bis dahin alles Gute,
(das Gedicht sollte eigentlich in Kreuzform in Gedenken an das verstorbene Kind sein, doch das Mittesetzen funktioniert hier leider nicht)


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 11 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
cron
Anmelden  Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de